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... des kreativen Denk- und Arbeitsprozesses

 

1) Phase der Vorbereitung: Das Problem wird als solches erkannt.

Die erste Phase ist die Einstimmung auf das „Problem“. Die Vorbereitungsphase hat einen stark entdeckenden Charakter. Hier findet das Entdecken und Sammeln von Informationen über das „Problem“ statt und somit wird ein Wissen aufgebaut. Aus diesem angesammelten Rohmaterial werden später kreative Lösungsansätze entwickelt.

2) Man glaubt nie eine Lösung zu finden und man hat deswegen „schlechte“ Laune (Inkubation).

Aus medizinischer Sicht beschreibt der Begriff Inkubation die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch einer Krankheit. Im übertragenen Sinne überwiegt während dieser Kreativitätsphase nicht das bewusste geistige Ringen um und mit Rohmaterial sondern ein Reifeprozess. …

Die Phase der Inkubation ist die Phase, in der die bis dahin angesammelten Informationen in das Unterbewusstsein absinken und dort schwebend weiterverarbeitet werden. Um diesen Prozess ungestört ablaufen zu lassen entfernt sich der Kreative bewusst von dem Problem verneint es und beschäftigt sich mit Themen die scheinbar nichts mit dem Problem zu tun haben. Diese Abkehr kann einen Ausbruch aus gewohnten Denkmustern ermöglichen.

3) „Heureka!“ - Der Geistesblitz

Als plötzliche „Erleuchtung“ oder auch „Heureka Erlebnis“ wird der kreative Einfall bewertet. Ein lang ersehnter Lösungsansatz kann plötzlich aus dem Unterbewusstsein auftauchen. In einer Gruppe kann eine zufällige Wahrnehmung eines nebensächlichen Details oder das Verhalten einer anderen Person dieses Erlebnis auslösen.

4) Man glaubt nie fertig zu werden und ist immer unzufrieden mit seiner Lösung ...

Die gefundenen Lösungsansätze bedeuten meist noch nicht die völlige Lösung eines „Problems“ und bieten nicht immer die totale Zufriedenheit im kreativen Prozess. In der vierten Phase, der Gestaltungsphase, werden die Lösungsansätze systematisch ausgearbeitet und die gewonnenen Einsichten auf Machbarkeit überprüft. Das bedeutet man setzt die Ideen in die Realität um. Meistens beendet ein Abgabetermin diesen Prozess, obwohl es eventuell noch viele andere Lösungen HÄTTE geben können ...

 

Alexander Esters und Stefanie Ludes, Bad Sobernehim 2015