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„Die Hexe der Agnesi. Historische und mathematische Untersuchung“

Robin Siegl hat den 1. Preis der Dr. Hans Riegel-Stiftung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Fach Mathematik gewonnen.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat gemeinsam mit der Dr. Hans Riegel-Stiftung die Dr. Hans Riegel-Fachpreise für herausragende Schülerarbeiten verliehen. In einer feierlichen Stunde wurden bei Jazzklängen einer Mainzer Band am Sonntagnachmittag im Senatssaal der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität in den Unterrichtsfächern Chemie, Geographie, Mathematik und Physik die jeweils besten drei Einsendungen ausgezeichnet. Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz konnten sich mit ihren freiwillig in der Oberstufe erstellten Facharbeiten bewerben. Im Fach Mathematik folgten 21 junge Forscher dem Aufruf. Die Dr. Hans Riegel-Fachpreise wurden von Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister, Vizepräsident für Forschung der Johannes Gutenberg-Universität, verliehen.

Mit seiner eingesandten Arbeit „Die Hexe der Agnesi. Historische und mathematische Untersuchung“ konnte Robin Siegl die Professorenjury überzeugen.

Robin Siegl neben Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister, Vizepräsident für Forschung der JGU Mainz

 

Ausgangspunkt zu der Arbeit war ein Google Doodle zu Ehren von Maria Gaetana Agnesi an ihrem 296. Geburtstag im Internet, auf dem ein Bild von ihr sowie die Kurve mit angedeuteter Konstruktionsmethode zu sehen ist.

Der erste Teil der Arbeit gilt der Namensgeberin der Kurve Maria Gaetana Agnesi (1718-1799) und gibt Einblicke in das Leben einer weiblichen Mathematikerin im Zeitalter der Aufklärung. Ihr Leben ist charakterisiert durch mathematische Studien als erste weibliche Professorin, ein Leben in hoher Gesellschaft in Mailand und Bologna und in ihrer letzten Lebensphase einem Klosterleben mit großem sozialem Engagement. Der Begriff Hexe erweist sich als vielleicht bewusst in Kauf genommener Übersetzungsfehler und lässt sich auf die Ähnlichkeit der Begriffe la versiera (die gedrehte Kurve) und l´avversiera (umgangssprachlich: die Hexe) zurückführen.

Die Hexe der Agnesi ist eine Kurve, die verschieden erzeugt werden kann: als Ortskurve einer Bewegung, als Konstruktion mit Zirkel und Lineal und als algebraische Kurve dritter Ordnung.

Im mathematisch sehr anspruchsvollen Teil der Arbeit untersucht Robin, inwiefern die Hexe der Agnesi eine Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion ist und vergleicht sie auf Grund ihrer Ähnlichkeit unter verschiedenen Aspekten mit der Gauß-Kurve, die auf dem alten 10 DM–Schein zusammen mit dem Namensgeber Carl-Friedrich Gauß noch zu sehen war.

Aufgrund der Originalität der Arbeit, der Eigeninitiative und der gelungenen wissenschaftlichen Arbeitsweise sowie schönen Visualisierungen erhielt Robin Siegl im Beisein seiner Eltern den ersten Preis im Wert von 600,-€ überreicht. Außerdem nahm Herr Roth für die Schule einen Sachpreis in Höhe von 250,-€ entgegen. Damit sollen die Schulen der vier Erstplatzierten für ihre Betreuerleistung gewürdigt werden.

Robin mit den Preisträgern der anderen Fächer (Chemie, Geografie, Mathematik und Physik).